Schmerzen im Gesäß während der Schwangerschaft können sich unterschiedlich anfühlen: von einem tief sitzenden Schmerz bis hin zu stechenden Schmerzen, die beim Aufstehen, Gehen oder Umdrehen im Bett auftreten. Für viele hängt dies damit zusammen, dass der Körper im Beckenbereich beweglicher wird und sich Haltung, Gewichtsverteilung und Belastung mit dem wachsenden Bauch ändern. Es gibt hier kein Richtig oder Falsch: Manche bemerken es früh, andere erst später, und manche gar nicht.
Schmerzen im Gesäß in der Schwangerschaft – typische Ursachen
Schmerzen im Gesäß können mehrere Ursachen haben, und Sie müssen dies nicht selbst „diagnostizieren“ können, um Hilfe zu erhalten. Oft handelt es sich um:
- Erhöhte Belastung im Becken- und Lendenbereich, da sich der Körperschwerpunkt verschiebt.
- Reizungen an Gelenken und Muskeln im und um das Becken.
- Verspannte Gesäßmuskeln, die einen tiefen, lokalen Schmerz verursachen können.
Wenn der Schmerz neu ist, einseitig auftritt oder Ihre Funktion beeinträchtigt (z. B. normales Gehen), ist es ratsam, dies mit der Hebamme, dem Arzt oder einem Physiotherapeuten mit Erfahrung in der Schwangerschaft zu besprechen.
Ischias in der Schwangerschaft – wenn der Schmerz ins Bein ausstrahlt
Manche beschreiben „Schmerzen im Gesäß“ als einen Schmerz, der die Rückseite des Oberschenkels hinunter und vielleicht weiter zum Unterschenkel oder Fuß ausstrahlt. Dies ähnelt dem, was viele als Ischias-ähnliche Schmerzen bezeichnen. Es kann sich auch wie Kribbeln, Stechen oder ein „elektrisches“ Gefühl anfühlen.
Anzeichen, auf die Sie achten können (ohne besorgt zu sein)
- Ausstrahlung in das Bein beim Gehen oder nach längerem Sitzen
- Verschlimmerung in bestimmten Positionen
- Linderung durch Positionswechsel oder Pausen
Wenn Sie besorgt sind oder deutliche Gefühlsstörungen oder zunehmende Schwäche im Bein verspüren, sollten Sie medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.
Beckenschmerzen in der Schwangerschaft – so entlasten Sie sich im Alltag
Wenn das Becken anfälliger ist, können kleine Anpassungen einen großen Unterschied machen. Probieren Sie zum Beispiel:
- Häufig die Position wechseln und vermeiden, sich lange in derselben Sitzposition zu „verharren“.
- Kürzere Schritte machen und das Tempo an Tagen mit mehr Schmerzen reduzieren.
- Knie zusammenhalten, wenn Sie sich im Bett umdrehen oder ins Auto ein- und aussteigen (denken Sie an „Beine als Einheit“).
- Pausen einplanen, bevor Sie überlastet sind, nicht erst, wenn es wehtut.
Bewegung, die oft besser vertragen wird
Viele fühlen sich am wohlsten mit ruhiger, gleichmäßiger Bewegung anstatt „alles oder nichts“. Kurze Spaziergänge, leichte Mobilitätsübungen und schwangerschaftsfreundliche Übungen können eine Option sein, aber es ist wichtig, sich an Ihre Symptome anzupassen.
Schmerzen im Gesäß in der Schwangerschaft beim Gehen oder Sitzen – konkrete Maßnahmen
Wenn es besonders beim Gehen wehtut:
- Wählen Sie flache, stabile Schuhe und vermeiden Sie „Übertreten“ (zu lange Schritte).
- Machen Sie Pausen, in denen Sie das Gewicht gleichmäßig verteilen.
Wenn es besonders wehtut, wenn Sie sitzen:
- Sitzen Sie auf einem Stuhl mit Lordosenstütze und den Füßen auf dem Boden.
- Versuchen Sie, alle 20 bis 30 Minuten aufzustehen und sich ein wenig zu bewegen.
- Vermeiden Sie es, die Beine zu kreuzen, wenn dies die Schmerzen provoziert.
Wann sollten Sie einen Arzt oder eine Hebamme kontaktieren?
Suchen Sie eine Untersuchung, wenn:
- Der Schmerz schnell schlimmer wird oder es schwierig macht, im Alltag zu funktionieren.
- Sie deutliche Taubheit, Kribbeln oder Schwäche im Bein bekommen.
- Sie unsicher sind, was für Sie „normal“ ist (dies ist allein schon ein völlig berechtigter Grund).
Produkte zur Unterstützung und Entlastung (wenn Sie zusätzliche Hilfe benötigen)
Wenn Sie feststellen, dass die Beschwerden im Becken, im unteren Rücken und im Gesäßbereich liegen, kann Unterstützung manchmal den Alltag erleichtern, insbesondere beim Gehen und bei stehenden Aktivitäten. Hier können Sie sich Stützgürtel, den Maternity Support Belt oder den Adjustable Support Belt ansehen.
Wählen Sie eine Größe, die stützt, ohne zu drücken, und hören Sie auf, wenn Sie mehr Beschwerden bekommen. Wenn Sie unsicher sind, wie Sie es verwenden sollen, lassen Sie sich von Ihrer Hebamme oder Ihrem Physiotherapeuten beraten, damit der Gurt richtig sitzt.
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