Was sind die Anzeichen für den Geburtsbeginn?
Eine Geburt kann im Grunde nur auf zwei Arten beginnen: durch einen Blasensprung oder durch Wehen. Es gibt jedoch mehrere Anzeichen dafür, dass die Geburt bevorsteht.
Der Kopf des Babys steckt im Becken fest.
Etwa in der 35. Schwangerschaftswoche überprüft Ihre Hebamme, ob der Kopf Ihres Babys bereits im Becken liegt – und ja, das ist ein gutes Zeichen. Es bedeutet, dass der Platz in der Gebärmutter enger wird und das Baby nun tiefer ins Becken blickt. Es kann sich noch um die eigene Achse drehen, aber keine Purzelbäume mehr schlagen.
Das Einsinken des Babys ins Becken ist ein Zeichen dafür, dass die Geburt bevorsteht, aber es können noch Wochen vergehen, bis das Baby seine Ankunft ankündigt.
Magen zieht sich zusammen
Wenn Sie bereits ein Kind geboren haben, ist es nicht sicher, dass sich das Baby gleich im Becken einnistet, aber Sie werden wahrscheinlich spüren, wie Ihr Bauch nach unten sinkt und das Baby das Becken ausfüllt. Es kann sich anfühlen, als hätten Sie einen Fußball zwischen den Beinen, obwohl das Baby noch nicht geboren ist.
Bei den meisten Frauen – ob sie schon einmal entbunden haben oder nicht – senkt sich der Bauch einige Wochen vor der Geburt etwas ab. Dadurch gewinnt die Lunge an Volumen. Denn das Baby liegt nun tiefer im Becken und beansprucht somit weniger Platz für die Lunge.
Der Schleimpfropf geht
Der Schleimpfropf ist ein Sekretpfropf, der sich im Gebärmutterhals ablagert und vor Bakterien schützt, die sonst in die Gebärmutter gelangen könnten. Der Schleimpfropf kann Tage oder Wochen vor der Geburt vorhanden sein. Sie können hier mehr über den Schleimpfropf lesen. Hier
Charakterblutung
Schmierblutungen sind geringe, frische Blutungen aus der Scheide. Das Blut stammt aus kleinen Blutgefäßen, die platzen, wenn sich Gebärmutterhals und Muttermund auf die Geburt vorbereiten.
Schmierblutungen können sich als wenige Tropfen frisches Blut auf dem Toilettenpapier beim Abwischen oder als frisches Blut in der Unterwäsche äußern. Es kann sehr beunruhigend sein, nach monatelanger Ausbleiben der Periode Blutungen zu sehen. Vielleicht hatten Sie in der Frühschwangerschaft Blutungen, bei denen Sie eine Fehlgeburt befürchteten. Schmierblutungen können Gefühle und alte Ängste wieder aufleben lassen und gleichzeitig Aufregung und Nervosität vor der bevorstehenden Geburt auslösen.
Tragen Sie eine Slipeinlage, um die Beobachtung zu erleichtern. Sollten Sie mehr als einen Tropfen frisches Blut auf einmal verlieren (entspricht etwa 5 Kronen), kontaktieren Sie bitte die Geburtsstation.
Leichte Blutungen können Tage oder Wochen vor der Geburt auftreten. Sie können auch nach dem Geschlechtsverkehr oder in Verbindung mit starken Wehen vorkommen. Wenn Sie sich Sorgen machen, rufen Sie lieber zu oft als zu selten im Geburtszentrum an. Ein Gespräch mit einer Hebamme von 5–10 Minuten kann sehr beruhigend sein. Und Ruhe und Geborgenheit sind wichtige Voraussetzungen für eine gesunde Geburt 😉
Wasserauslass
Etwa 10 % aller Geburten beginnen mit einem Blasensprung. In amerikanischen Filmen platzt die Fruchtblase oft mit einem lauten Platscher, und die Frau steht anschließend in einem See aus Fruchtwasser. Das kann auch in der Realität passieren. Doch bei den allermeisten Frauen verläuft der Blasensprung viel ruhiger als im Film. Manchmal so ruhig, dass man sich fragt, ob die Fruchtblase überhaupt geplatzt ist.
Ein Blasensprung bedeutet, dass die beiden Fruchtblasen geplatzt sind. Dadurch kann Fruchtwasser austreten, entweder schwallartig oder tröpfchenweise. Außerdem entsteht eine Öffnung, durch die Bakterien zum Baby gelangen können. Deshalb ist es wichtig, das Geburtszentrum über den Blasensprung zu informieren. Sie müssen über beides Befunde Bescheid wissen.
Der Zeitpunkt des Blasensprungs, der Geruch und gegebenenfalls die Farbe des Fruchtwassers werden beurteilt. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Ihre Fruchtblase geplatzt ist, werden Sie gebeten, eine Binde in Ihre Unterwäsche zu legen und einige Stunden abzuwarten. Besteht weiterhin Unsicherheit, werden Sie zu einer Untersuchung eingeladen.
Die Fruchtwasserproduktion hält bis zur Geburt des Babys an. Das bedeutet, dass das Baby nicht in einer trockenen Gebärmutter aufwächst.
Wenn die Fruchtblase platzt, wird ein Hormon freigesetzt, das bei manchen Frauen innerhalb der ersten Stunden zu Wehen führt. Sollten die Wehen nicht von selbst einsetzen, empfiehlt das Geburtshaus die Anlage eines Wehentropfs. Wie schnell dieser angelegt werden sollte, variiert je nach Geburtshaus. Ziel ist es, dass das Baby innerhalb von 24 Stunden nach dem Blasensprung geboren wird, um das Infektionsrisiko für das Baby zu minimieren.
Arbeit
90 % aller Geburten beginnen mit Wehen. Wehen sind rhythmische Kontraktionen der Gebärmuttermuskulatur, die oben beginnen und sich über die Gebärmutter nach unten in Richtung Scheide ausbreiten. Dadurch wird die Geburtsrichtung für das Baby festgelegt. 🙂 Die Wehen haben zunächst die Aufgabe, den Muttermund zu öffnen und das Baby durch das Becken nach unten zu schieben, bevor es dann durch den Geburtskanal (die Scheide) herausgedrückt wird. Mit der Öffnung des Muttermunds werden die Wehen immer stärker.
Eine Sache ist bei der Geburt besonders wichtig: Nach jeder Wehe folgt eine Geburtspause. Diese Pausen sind oft länger als die Wehen selbst. Daher gibt es während der Geburt häufig mehr Pausen als eigentliche Wehen. Es kann hilfreich sein, sich dies während der Geburt immer wieder vor Augen zu führen.
Im Verlauf der Wehen werden die Kontraktionen länger und stärker, die Pausen kürzer.
Kontraktionen werden in 5 verschiedene Typen unterteilt:
Anlaufschwierigkeiten
Hier sind die Wehen in Dauer, Stärke und Intervall noch unkoordiniert. Manche Frauen sind sich unsicher, ob es sich um Vorwehen oder echte Wehen handelt. Mit der Zeit wird diese Unsicherheit verschwinden. Sie können weiterhin über die Wehen sprechen. Sie können sich als leises Murmeln im unteren Rücken oder vorne über dem Schambein bemerkbar machen. Eine Dusche, eine Wärmflasche, eine Massage oder Bewegung können in dieser Phase wohltuend sein.
Diese Wehenphase kann bei Erstgebärenden mit unregelmäßigen Wehen mehrere Tage dauern. Bei Mehrlingsschwangerschaften dauert sie oft nur wenige Stunden.
Dehnungsschmerzen
Sie befinden sich in der aktiven Geburtsphase, wenn Ihr Muttermund 3–4 cm geöffnet ist und Sie regelmäßige, kräftige Wehen haben, über die Sie nicht mehr sprechen können. Konzentrieren Sie sich nun auf Ihre Atmung während der Wehen. Die Wehen werden allmählich stärker, länger und häufiger. Normalerweise dauern sie etwa eine Minute, unterbrochen von Pausen von ein bis fünf Minuten. Die Stärke der Wehen nimmt stetig zu. In dieser Phase wünschen sich viele Frauen Schmerzlinderung – es gibt eine Vielzahl verschiedener Angebote und Kombinationsmöglichkeiten. Ihre Hebamme wird Sie dabei individuell und abhängig von Ihrem Geburtsverlauf beraten.
Als Faustregel gilt: Bei Wehen zur Muttermundöffnung dehnt sich der Muttermund um 1 cm pro Stunde – dennoch ist es wichtig zu betonen: Keine „Regel“ ohne Ausnahmen.
Übergangsschmerzen
Hier ist Ihr Muttermund etwa 8-10 cm geöffnet. Für viele Frauen ist dies die intensivste Phase der Geburt. Die Wehen werden noch stärker, Sie sind schon seit Stunden in den Wehen und viele Frauen stoßen hier an ihre mentalen und körperlichen Grenzen. Das entlockt der Hebamme oft ein Lächeln.
Sie wird Ihren Mundwinkel bemerken, denn sie weiß, dass dies ein Zeichen dafür ist, wie weit die Wehen fortgeschritten sind. Viele Frauen wünschen sich in diesem Stadium eine PDA – die stärkste Form der Schmerzlinderung. Doch jetzt ist es dafür zu spät. In dieser Phase helfen vor allem Positionswechsel, Bewegung, Bäder, Lachgas, Massagen und ganz viel Zuspruch und Liebe.
Wenn der Muttermund vollständig geöffnet ist, muss der Kopf des Babys ins Becken rutschen, bevor die Presswehen einsetzen. Bei manchen Frauen ist dies eine Art Zwischenphase von bis zu einigen Stunden, in der die Geduld auf die Probe gestellt wird. Bei anderen Geburten reichen schon wenige Wehen aus, bis das Baby im Becken liegt und die Presswehen beginnen.
Pressen
Die Wehen setzen auf zwei Arten ein: Entweder abrupt und die bereits vertrauten Wehen hören auf und die Wehen setzen ein. Oder der Druck verstärkt sich allmählich. Viele Frauen erleben die Wehenphase als präsenter und geistig wacher. Die meisten empfinden es als befreiend, endlich aktiv sein zu können, nämlich dem rhythmischen Druck des Körpers zu folgen. Andere Frauen sind von der starken Kraft (und vielleicht auch von Geräuschen) im eigenen Körper etwas überwältigt. Die Wehen schieben das Baby nach dem Prinzip „zwei Schritte vor, einer zurück“ durch den Geburtskanal (die Vagina). Die Hebamme – und gegebenenfalls der Partner – können während der Wehen immer mehr vom Kopf des Babys sehen, bevor es in die Wehenpausen zurückgleitet. Die Wehenphase kann von wenigen Wehen bis zu etwas über einer Stunde dauern.
Nach der Geburt des Babys tritt eine Wehenpause von 10 Minuten bis zu einer Stunde ein. Darauf folgen einige leichtere Wehen und die Plazenta wird ausgestoßen.
Nachwirkungen
Sobald Baby und Plazenta geboren sind, treten weiterhin Wehen auf. Diese sogenannten Nachwehen dienen dazu, die Blutung zu minimieren, indem sie die Gebärmutter zusammenziehen und die Stelle, an der die Plazenta anhaftet, allmählich komprimieren. Die meisten Erstgebärenden spüren keine Nachwehen. Je öfter Sie entbunden haben, desto stärker werden die Nachwehen – sowohl in den Stunden nach der Geburt als auch in den ersten Tagen nach der Geburt während des Stillens. Sie können bedenkenlos rezeptfreie Schmerzmittel einnehmen. Alternativ kann eine Wärmflasche oder ein Heizkissen auf dem Bauch während des Stillens wohltuend sein.
Liebe/r, ganz gleich wann und wie deine Geburt beginnt, ich wünsche dir eine sichere Geburtserfahrung!
In herzlicher Zuneigung
Siff Stephenson, Herzhebamme
Autorin Siff Hjerte, Die Hebamme