Was ist eine Plazentaprobe?
Mithilfe einer Plazentaprobe (auch Plazentabiopsie genannt) kann festgestellt werden, ob Ihr Baby bestimmte Erbkrankheiten oder Chromosomenanomalien hat.
Eine Plazentaprobe kann ab der 10. Schwangerschaftswoche entnommen werden. Eine Plazentaprobe ist nicht dasselbe wie eine Fruchtwasserprobe – in diesem Fall wird das Fruchtwasser untersucht. Diese Untersuchung kann erst ab der 16. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden.
Bei der Entnahme einer Plazentaprobe besteht ein Fehlgeburtsrisiko von 0,5%.
Wann wird eine Plazentaprobe angeboten?
Es gibt verschiedene Gründe, warum eine Plazentaprobe angeboten wird. Unter anderem:
- Wenn bei der Nackentransparenzmessung (auch 12-Wochen-Scan genannt) ein hohes Risiko für Chromosomenanomalien festgestellt wurde
- Wenn in Ihrer oder der Familie Ihres Partners bestimmte Erbkrankheiten vorkommen
- Werden bei einer Untersuchung Anzeichen von Fehlbildungen festgestellt,
Wie wird eine Plazentaprobe entnommen?
Die Untersuchung wird von einem Arzt mithilfe einer Ultraschallassistentin (einer Hebamme oder Krankenschwester) durchgeführt. Zunächst wird Ihr Bauch desinfiziert, anschließend wird eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt, um die Lage der Plazenta zu bestimmen. Während der Untersuchung wird eine dünne Nadel durch die Bauchhaut eingeführt. Dies fühlt sich in der Regel wie ein kleiner Pieks an. Mit dieser Nadel wird ein winziges Stück der Plazenta entnommen.
Es dauert nur wenige Minuten. Sie können gerne Ihren Partner oder eine andere Begleitperson mitbringen.
Nach der Probenahme
Sie bleiben nach der Untersuchung noch 15 Minuten auf der Station. Anschließend sollten Sie sich für den Rest des Tages schonen.
Viele Frauen verspüren in den Stunden nach dem Test menstruationsartige Beschwerden und/oder ein Schweregefühl. Bei den meisten verschwinden die Schmerzen innerhalb der ersten 24 Stunden. Sollten die Schmerzen oder Blutungen anhalten, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder die Notaufnahme.
Risiken der Plazentaprobenentnahme
Bei der Entnahme einer Plazentaprobe besteht ein geringes Fehlgeburtsrisiko. Dieses Risiko beträgt 0,5 %.
Antwort auf den Plazentatest
Sie erhalten die Testergebnisse innerhalb von ein bis zwei Wochen. Dies hängt davon ab, welche Tests an der Plazentaprobe durchgeführt werden. Auf Wunsch teilen wir Ihnen das Geschlecht Ihres Babys mit, sobald Sie die Ergebnisse erhalten.
Die allermeisten Frauen, die eine Plazentabiopsie durchführen lassen, erhalten ein unauffälliges Ergebnis. Gleichzeitig ist es wichtig, den emotionalen Druck zu verstehen, der mit einer solchen Untersuchung und dem anschließenden Bestehen verbunden ist – selbst bei einem positiven Ergebnis. Bitte sprechen Sie mit Ihrer Hebamme.
Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, Freunden und/oder Ihrer Familie darüber. Und seien Sie sich bewusst, dass viele andere außer Ihnen einen der beiden Tests durchgemacht haben. Sie sind nicht allein!
Sollte das Ergebnis nicht normal ausfallen, wird Ihnen ein Gespräch angeboten. Dabei werden die Befunde besprochen und Sie erhalten Beratung und Informationen, einschließlich der Möglichkeit eines Schwangerschaftsabbruchs. Falls sich herausstellt, dass das Baby eine Chromosomenanomalie hat, ist es völlig normal, im Rahmen der Abklärung mit Eltern von Kindern mit derselben Chromosomenanomalie sprechen zu wollen. Ein solches Gespräch lässt sich problemlos vereinbaren.
Es können viele Gedanken und Gefühle mit dem Prozess der Klarheitsgewinnung verbunden sein. Vielleicht ist einer von Ihnen bereits im Bilde, während der andere noch Zweifel hat. Das kann sich in den kommenden Tagen ändern. Ich möchte Sie ermutigen, aufmerksam zuzuhören, mehrmals ausführlich miteinander zu sprechen und sich gegebenenfalls auch an eine Hebamme oder andere relevante Personen zu wenden. Die endgültige Entscheidung liegt bei Ihnen, was an sich schon eine Belastung sein kann.
Ganz gleich, wofür du dich entscheidest, ich sende dir ganz liebe Grüße und Gedanken! Du kannst mich jederzeit während des Prozesses kontaktieren.
In herzlicher Zuneigung
Siff Stephenson, Herzhebamme
Autorin Siff Hjerte, Die Hebamme