Die Nackentransparenzmessung ist eine von zwei kostenlosen Ultraschalluntersuchungen, die Schwangeren in Dänemark angeboten werden. Beide Untersuchungen finden im Krankenhaus statt und werden von einer/einem Sonografin/Sonografen durchgeführt, die/der entweder eine Krankenschwester oder eine Hebamme mit spezieller Ausbildung in der Ultraschalldiagnostik von Schwangeren ist.
Wann und warum wird eine Nackentransparenzmessung empfohlen?
Die Nackentransparenzmessung findet zwischen der 11. und 3. Schwangerschaftswoche und der 13. und 6. Schwangerschaftswoche statt.
Die Nackentransparenzmessung – auch bekannt als 12-Wochen-Scan – dient der Überprüfung, ob Ihr Kind bestimmte Chromosomenanomalien, einschließlich des Down-Syndroms, aufweisen könnte.
Die Bezeichnung Nackentransparenzmessung leitet sich davon ab, dass bei der Untersuchung unter anderem die Nackentransparenz des Babys gemessen wird.
Viele Schwangere und Paare lassen die Nackentransparenzmessung durchführen, in der Erwartung, ihr Baby zum ersten Mal zu sehen und seinen Herzschlag zu hören – ein wunderbares und oft berührendes Erlebnis! Viele sind jedoch überrascht, dass der eigentliche Zweck der Untersuchung weitaus ernster ist und noch viel mehr zu entdecken ist.
Der Zweck der Nackentransparenzmessung ist unter anderem:
- Überprüfung, ob das Herz des Babys schlägt
- Die Anzahl der Föten bestimmen
- Fälligkeitsdatum festlegen
- Auf Pätau-Syndrom (Trisomie 13) untersuchen lassen
- Edwards-Syndrom (Trisomie 18)
- Down-Syndrom (Trisomie 21)
- Neuralrohrdefekt
- Bauchwanddefekt
- Und eine Reihe weiterer Fehlbildungen
Mit anderen Worten: Ihr Kind wird gründlich untersucht!
Gleichzeitig ist es wichtig zu wissen, dass keine Ultraschalluntersuchung hundertprozentig genau ist. Daher wird das Ergebnis sowohl mit dem Alter der Schwangeren als auch mit dem Bluttest verglichen, den Ihr Arzt zu Beginn der Schwangerschaft durchgeführt hat. Die Nackentransparenzmessung ist somit eine Kombination aus Berechnung und Test.
Und ja, es ist möglich, einige Ultraschallbilder mit nach Hause zu nehmen. Bilder, die an sich schon die Bindung zum Baby stärken und das Verständnis dafür fördern, dass Sie Eltern werden.
Antworten zur Nackentransparenzmessung
Sie erhalten das Ergebnis unmittelbar nach dem Scan. Es handelt sich dabei um eine Risikozahl, die entweder ein niedriges oder ein hohes Risiko angibt. Beträgt die Zahl beispielsweise 1:300 in Bezug auf das Down-Syndrom, bedeutet dies, dass eines von 300 Kindern das Down-Syndrom haben wird.
Weiteres Vorgehen bei hohem Risiko
Bei einem hohen Risiko werden Ihnen weitere Tests angeboten, die mit Sicherheit feststellen können, ob das Baby Chromosomenanomalien hat. Es kann einer von zwei verschiedenen Tests durchgeführt werden:
Eine Plazentabiopsie ist eine Untersuchung, bei der eine Gewebeprobe der Plazenta durch die Bauchhaut entnommen wird. Mit dieser Untersuchung lässt sich beispielsweise eindeutig feststellen, ob ein Down-Syndrom vorliegt. Eine Plazentabiopsie kann ab der 10. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden und dient unter anderem auch der Abklärung erblicher Erkrankungen.
Amniozentese Dabei wird eine Probe des Fruchtwassers durch die Bauchdecke entnommen. Dieser Test kann beispielsweise auch Aufschluss darüber geben, ob ein Down-Syndrom vorliegt. Die Fruchtwasseruntersuchung kann erst ab der 16. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden. Die Wartezeit bis dahin kann unerträglich lang sein. Deshalb wird häufig zusätzlich eine Plazentabiopsie durchgeführt, um eine sichere Diagnose zu erhalten, wenn bei der Nackentransparenzmessung ein erhöhtes Risiko festgestellt wurde.
Nach ein bis zwei Wochen erhalten Sie die Testergebnisse – auf Wunsch auch das Geschlecht Ihres Babys. Die allermeisten Frauen, die eine Plazentabiopsie oder Fruchtwasseruntersuchung durchführen lassen, erhalten ein unauffälliges Ergebnis. Gleichzeitig ist es wichtig, die emotionale Belastung anzuerkennen, die mit einem solchen Testverfahren einhergeht – selbst bei einem positiven Ergebnis. Sprechen Sie bitte mit Ihrer Hebamme, Ihrem Arzt, Freunden und/oder Ihrer Familie darüber. Und seien Sie versichert, dass viele andere Frauen vor Ihnen bereits einen dieser beiden Tests gemacht haben. Sie sind nicht allein!
Sollte das Ergebnis nicht normal ausfallen, wird Ihnen ein Gespräch angeboten. Dabei werden die Befunde besprochen und Sie erhalten Beratung und Informationen, einschließlich der Möglichkeit eines Schwangerschaftsabbruchs. Falls sich herausstellt, dass das Baby eine Chromosomenanomalie hat, ist es völlig normal, im Rahmen der Abklärung mit Eltern von Kindern mit derselben Chromosomenanomalie sprechen zu wollen. Ein solches Gespräch lässt sich problemlos vereinbaren.
Es können viele Gedanken und Gefühle mit dem Prozess der Klarheitsgewinnung verbunden sein. Vielleicht ist einer von Ihnen bereits im Bilde, während der andere noch Zweifel hat. Das kann sich in den kommenden Tagen ändern. Ich möchte Sie ermutigen, aufmerksam zuzuhören, mehrmals ausführlich miteinander zu sprechen und sich gegebenenfalls auch an eine Hebamme oder andere relevante Personen zu wenden. Die endgültige Entscheidung liegt bei Ihnen, was an sich schon eine Belastung sein kann.
Ganz gleich, wofür du dich entscheidest, ich sende dir ganz liebe Grüße und Gedanken! Du kannst mich jederzeit während des Prozesses kontaktieren.
Wenn Sie mehr darüber lesen möchten, hat die dänische Gesundheitsbehörde Folgendes veröffentlicht: Ordner
Mit den besten Wünschen!
Siff Stephenson, Herzhebamme
Autorin Siff Hjerte, Die Hebamme