Wann sollte man beim Stillen die Brust wechseln?
Für manche ist es ein Wissenswertes, dass man ein Kind ausschließlich an einer Brust stillen kann. Für andere ist dies Realität, beispielsweise bei Zwillingen.
Wenn es um die Frage geht, wann man die Brust wechseln sollte, und wenn es sich um ein Kind handelt, das freien Zugang zu beiden Brüsten hat, ist es wichtig, etwas über die Zusammensetzung der Milch, die Gründe für das Verlangen des Kindes nach der Brust und über Appetitspitzen zu wissen.
Die Zusammensetzung der Milch
Wir beginnen mit der Zusammensetzung der Muttermilch. Die allererste Milch direkt nach der Geburt, bis einige Tage später die eigentliche Milch einschießt, wird Kolostrum genannt. Kolostrum. Sie ist gelblich, vollfett und besonders nahrhaft und sättigend für das Baby. Schon wenige Tropfen dieser „goldenen“ Milch genügen, um den kleinen Magen des Babys zu füllen, der zu diesem Zeitpunkt etwa so groß wie eine Walnuss ist. Es wird also nicht viel Kolostrum auf einmal produziert, aber genug, um das Baby zu sättigen und zu ernähren. Die Milchproduktion wird zu 100 % nach Angebot und Nachfrage reguliert. Daher ist es wichtig, beide Brüste durch Anlegen des Babys zu stimulieren – insbesondere in der frühen Stillphase. Gleichzeitig ist es wichtig zu verstehen, dass Babys unterschiedlich sind. Zu einem erfolgreichen Stillen gehört es, die Signale und Bedürfnisse des Babys zu erkennen. Beginnen Sie daher am besten damit, die Signale und Bedürfnisse Ihres Babys zu verstehen. dein Kind und vermeide es stets, Vergleiche anzustellen.
Kolostrum
Manche Neugeborene bekommen pro Mahlzeit ausreichend Kolostrum von einer Brust. Andere benötigen Kolostrum von beiden Brüsten gleichzeitig. Legen Sie Ihr Baby an und lassen Sie es trinken, bis es die Brust ablehnt, mehrmals loslässt oder einfach einschläft und tief schläft. Wenn Ihr Baby weiterhin Saugreiz zeigt, legen Sie es an die andere Brust an.
Wenn dein Baby an einer Brust satt und zufrieden ist, kannst du die andere Brust bis zur nächsten Mahlzeit anbieten. Wenn dein Baby während einer Mahlzeit erst an der einen und dann an der anderen Brust trinkt, solltest du bei der nächsten Mahlzeit mit der anderen Brust beginnen. Lies dir diesen Satz am besten mehrmals durch, ich weiß, es kann anfangs etwas verwirrend sein, bis es zur Gewohnheit wird 😉
Die Milch wird am 3. bis 5. Tag geliefert.
Wenn die Milch zwischen dem dritten und fünften Tag nach der Geburt einschießt, verändert sich ihre Zusammensetzung und sie besteht aus zwei Milchsorten. Der erste Teil der Mahlzeit besteht aus dünnflüssiger, durstlöschender Milch. Nach und nach wird die Milch dickflüssiger, sättigender und nahrhafter. Sobald die Milch einschießt, ist es daher wichtig, dass das Baby in derselben Mahlzeit sowohl die durstlöschende als auch die sättigende Milch erhält. Wechseln Sie die Brust erst, wenn Ihr Baby eine Brust ablehnt. Manche Babys benötigen eine Brust pro Mahlzeit, andere beide. Ihr Baby wird Ihnen dies zeigen.
Stillen ist mehr als nur Nahrungsaufnahme.
Es ist wichtig zu wissen, dass Stillen mehr ist als nur Nahrungsaufnahme. Stillen bedeutet auch Geborgenheit, Wohlbefinden, die Regulierung des Nervensystems und vieles mehr. Deshalb kann es vorkommen, dass Ihr Baby zwar stillen möchte, dann aber nur genüsslich saugt, ohne zu schlucken. In diesem Fall braucht es nicht unbedingt Nahrung, sondern Geborgenheit. Sie müssen nicht die Brust wechseln, sondern Ihr Baby möchte trotzdem gestillt werden, auch wenn es die eine Brust ablehnt.
Appetitanstieg
Der sogenannte Appetitanstieg ist auch wichtig, wenn es darum geht, wann man während des Stillens die Brust wechseln sollte. Unter Appetitanstieg versteht man, wenn ein Baby plötzlich und für einige Tage deutlich häufiger gestillt werden möchte. Das Baby tut dies, um die Milchproduktion anzukurbeln, entweder weil sie aus verschiedenen Gründen leicht zurückgegangen ist oder weil das Baby einen höheren Nährstoffbedarf hat.
Erinnern Sie sich, dass ich erwähnt habe, dass die Milchproduktion dem Prinzip von Angebot und Nachfrage folgt? Der Bedarf an mehr Milch wird während dieser Appetitspitzen vom Baby quasi „gedeckt“. In diesen Phasen ist es wichtig, an beiden Brüsten zu stillen, damit die Milchproduktion an beiden Brüsten angeregt wird. Wenn Sie sich nicht mehr erinnern können, an welcher Brust Sie zuletzt gestillt haben, können Sie beispielsweise ein Gummiband um Ihr linkes Handgelenk legen, wenn Sie bei der nächsten Mahlzeit links stillen möchten.
Und hey, liebe Frau, es ist völlig in Ordnung, sich kleine Tricks zurechtzulegen, damit du nicht lange überlegen musst, welche Brust du gerade ertastet hast. Manche Frauen spüren, welche Brust am prallsten und milchigsten ist, aber das trifft nicht auf alle zu – und das ist auch völlig normal. Denn genau wie Babys unterschiedlich sind, sind auch die Brüste von Frauen unterschiedlich.
Ich drücke dir die Daumen! Und es ist völlig normal, dass es etwas Zeit braucht, bis sich eine gute Stillbeziehung entwickelt. Bei manchen dauert es einen Monat oder länger, bei anderen geht es schneller.
Autorin Siff Hjerte, Die Hebamme