Der zirkadiane Rhythmus muss erlernt werden
Babys kommen ohne Tag-Nacht-Rhythmus zur Welt. Sie müssen erst lernen, zwischen Tag und Nacht zu unterscheiden. Das ist wichtig für Sie als Mutter und für die ganze Familie, aber auch für den tiefen Schlaf des Babys. Denn im Schlaf wachsen Babys und viele wichtige Prozesse finden statt – genau wie bei uns Erwachsenen. Schlaf ist sowohl körperlich als auch psychisch lebenswichtig. Allerdings gibt es große Unterschiede in Schlafdauer und -häufigkeit. Die Bandbreite des „Normalen“ ist groß. Vergleichen Sie Ihr Baby nicht mit anderen Babys. Anders zu sein bedeutet nicht, dass etwas nicht stimmt.
Schaffe gute Abendgewohnheiten
Gute Schlafgewohnheiten bringen viele Vorteile; das Gegenteil ist anstrengend für die ganze Familie. Stillen sollte klar zwischen tagsüber und nachts unterschieden werden. Eine kleine, gedimmte Lampe, die bei Bedarf zum nächtlichen Füttern oder Windelwechseln eingeschaltet werden kann, ist hilfreich. Vermeiden Sie es, mit Ihrem Baby zu sprechen, es zu trösten oder es dadurch zusätzlich aufzuwecken. Eine volle Windel sollte natürlich gewechselt werden, eine kleinere, nasse Windel kann bis zum Morgen warten. Es lohnt sich, das Stillen im Liegen zu üben. So müssen Sie sich als Frau nicht aufsetzen, Kissen suchen usw. Stillen im Liegen kann ganz ohne Worte erfolgen. Wenn Sie mit Ihrem Baby im selben Bett schlafen, ziehen Sie es einfach neben sich und helfen Sie ihm beim Anlegen. Mit der Zeit kann Ihr Baby die Brust vielleicht sogar im Schlaf finden. Und Sie können lernen, beim Stillen einzuschlafen. Bei vielen Babys treten die längeren Schlafphasen zuerst auf, wenn das Stillen gut funktioniert – dies ist ein weiterer guter Grund, Zeit, Ruhe und gemeinsame Anstrengung beim Aufbau des Stillens zu priorisieren.
Machen Sie Platz für die kostenlose Milchbar am Abend
Genauso wie tagsüber ist es auch nachts wichtig, auf die Bedürfnisse Ihres Babys einzugehen. Es sollte immer ausreichend Milch zur Verfügung stehen. Stillen Sie Ihr Baby, bis es die Brust ablehnt oder deutlich satt ist und einschläft. Im ersten Monat benötigt Ihr Säugling möglicherweise häufiges Stillen. Sein Magen ist nur so groß wie eine Walnuss und entleert sich daher schneller als bei einem größeren Kind.
Wenn Ihr Baby etwa einen Monat alt ist, werden Sie feststellen, dass die Schlafphasen länger werden. Viele Mütter wachen nachts völlig erschrocken und mit prallen, gespannten Brüsten auf, wenn ihr Baby zum ersten Mal 3-4-5 Stunden am Stück schläft. Mehr Schlaf zu bekommen, kann für Erwachsene befreiend, aber auch verwirrend sein. Sind Ihre Brüste durch die große Milchmenge stark angespannt, kann es für Ihr Baby schwierig sein, richtig anzudocken. In diesem Fall können Sie die ersten Tropfen Milch in eine Stoffwindel ausstreichen und so den Druck etwas lindern. Dadurch kann Ihr Baby leichter andocken.
Stillen in der Nacht
Wir Frauen produzieren nachts mehr Milch, was bedeuten kann, dass Milch aus einer oder beiden Brüsten austritt, der Milchfluss beim nächtlichen Stillen stärker ist und die Stillmahlzeiten kürzer dauern. Manchmal kann sich das Baby durch den stärkeren Milchfluss auch verschlucken – dies lässt sich durch das Stillen im Liegen gut verhindern.
Es gibt große individuelle Unterschiede beim nächtlichen Stillen, sowohl was die Häufigkeit als auch die Dauer betrifft. Stillen bedeutet viel mehr als nur Nahrungsaufnahme und Flüssigkeitszufuhr. Es reguliert unter anderem das Nervensystem und vermittelt Geborgenheit und Wohlbefinden. Babys können auch aus anderen Gründen als Stillen aufwachen, beispielsweise wegen einer vollen Windel, Blähungen, Unruhe oder anderen Beschwerden. In solchen Momenten ist gedämpftes Licht wichtig. Wenn möglich, sollte nicht gesprochen werden. Es ist ratsam, dem Baby zu signalisieren, dass es Nacht ist, während gleichzeitig seine Bedürfnisse erfüllt werden. Verdunkelungsvorhänge im Schlafzimmer können hilfreich sein. Halten Sie außerdem alles Notwendige griffbereit, z. B. Windeln, Müllbeutel, ein zusätzliches Kissen, Stoffwindeln, eine Trinkflasche, eine kleine, gedämpfte Lampe usw.
Ich wünsche Jung und Alt einen tiefen und erholsamen Schlaf!
Autorin Siff Hjerte, Die Hebamme